„Lerne loszulassen, das ist der Schlüssel zum Glück“ — Buddha

Oft halten wir an Dingen fest, die uns nicht mehr guttun, die uns daran hindern, weiterzuziehen. Manchmal will man auch gar nicht loslassen, obwohl man das nach aussen hin und sogar gegenüber sich selber immer wieder beteuert. Man hält dann lieber an der Sache fest, obwohl man eigentlich tief im Inneren weiss, dass es das Beste wäre, die Sache endlich gehen zu lassen. Und so pendelt man hin und her zwischen Loslassen und Haftenbleiben. Dieser Zustand zieht Dir ständig Energie ab.

Oft verharren wir in ungünstigen Situationen, weil wir das Gefühl haben, etwas Besseres komme nun einmal nicht. Diese Denkweise schadet Dir im Grunde. Du solltest es Dir IMMER WERT SEIN, schlechte Situationen zu verändern und nach etwas anderem zu suchen, das Dir persönlich guttut.

 

 „Die Dinge loszulassen bedeutet nicht, sie loszuwerden. Sie loslassen bedeutet, dass man sie sein lässt.“ – Jack Kornfield

 

 Was bedeutet „loslassen“?

 Es gibt eine Menge Dinge, die wir loslassen können, damit wir wieder mehr Freiheit, Liebe, Glück und Zufriedenheit in unser Leben manifestieren können. Dazu gehören zum Beispiel:

  • verletzte Gefühle, Kränkungen oder andere schlechte Erfahrungen in der Vergangenheit;

  • Schuldgefühle wegen eines längst vergangenen Fehlers;

  • Verhaltensmuster, die uns schädigen;

  • ein Arbeitsplatz, der uns krank macht;

  • Freunde, die uns wenig Energie geben;

  • Eltern oder Geschwister, die uns am Entfalten hindern;

  • Dinge, die wir längst nicht mehr brauchen, die aber unsere Wohnung und unsere Energie verstopfen;

  • den früheren Partner, der uns längst verlassen hat;

  • die Kinder, die längst auf eigenen Füssen stehen;

  • eine Person, die gestorben ist;

  • der Druck, den Du Dir machst, tagein, tagaus;

  • Selbstzweifel, die Dich schon viel zu lange kleinhalten.

Wenn wir solche und ähnliche belastende Dinge, Situationen und Personen nicht loslassen können, verharren wir dauerhaft in der Vergangenheit. Dann können wir nicht im Hier und Jetzt leben – da, wo das Leben wirklich stattfindet.

Und das hat viele negative Folgen: Einerseits stehen wir uns im Weg und blockieren uns dabei, wirklich frei, glücklich und zufrieden zu sein. Andererseits entstehen so innere Verstrickungen, Konflikte und Schwierigkeiten. Verharren wir so fest in diesem Muster des Nicht-loslassen-Könnens, wird die Belastung immer grösser, sodass sogar Krankheitssymptome wie Schmerzen, Magenbeschwerden, Angstzustände, Schlafstörungen oder Depressionen hinzukommen können.

Lass es nicht so weit kommen, sondern verabschiede Dich jetzt von den Dingen, die Dich belasten und am Weiterziehen hindern.

Loslassen heisst, sein Herz zu öffnen, Verantwortung zu übernehmen und sich etwas Gutes zu tun. Man kann keine Sache mit dem Kopf rational loslassen. Das geht nicht, weil Dein Kopf im Endeffekt die Ursache für Deine ganzen Loslass-Probleme ist! Und je weniger Du es mit dem „Kopf“ machst, desto besser.

Erkenne Deine Ausreden.

Eigentlich weisst Du, dass Du bestimmte Dinge, Gedanken, einen Job oder Beziehungen loslassen solltest, doch wenn Du darüber nachdenkst, gibt es einfach zu viele Gegenargumente:

  •  „Ich habe schon so viel investiert, das kann ich jetzt nicht einfach loslassen.“

  • „Ich muss nur noch ein bisschen durchhalten, dann wird es sicher besser.“

  • „Wenn ich das verliere, was bleibt mir dann noch?“

  • „Wenn ich dies loslasse, was denkt dann mein Partner/Familie/Freunde von mir …“

  • „Wenn ich diese Sache loslasse, dann kommt bestimmt nichts Besseres …“

All diese und viele weitere Argumente sind eigentlich nichts weiter als Ausreden, die Dich davon abhalten, ins Handeln zu kommen. Es geht jetzt darum, wie Du mit der Situation umgehst, wie viel Dir daran liegt, loszulassen, und was Dich wirklich daran hindert, weiterzuziehen.

Akzeptiere, was ist und was passiert ist.

Gedankenspiele, die mit „Was wäre gewesen, wenn …“ beginnen, führen kaum zu etwas Positivem. Sie halten Dich nur noch enger in Verbindung mit dem, was Du eigentlich loslassen willst. Vielleicht wäre es schön gewesen, wenn etwas anderes herausgekommen wäre, aber so war es nun einmal nicht. Verzichte auf die Grübeleien und halte Dich lieber an das, was wirklich geschehen ist. Je mehr Du in diesem Gedankenkarussell verharrst, desto mehr wirst Du in den Strudel dieser Probleme hineingezogen und bleibst in der Vergangenheit stecken. Das Leben läuft aber in der Gegenwart ab – im Hier und Jetzt. Da erlebst Du das Glück, die Freiheit, die Gelassenheit und die Zufriedenheit.

Loslassen bedeutet nicht, ein Versager zu sein – im Gegenteil!

Manchmal fällt das Loslassen deshalb so schwer, weil man das Gefühl hat, man sei ein Versager. Das stimmt aber nicht! Vielleicht ist Dein Vorhaben gescheitert und Du hast nicht das erreicht, was Du Dir vorgenommen oder gewünscht hattest. Das ist Teil unserer Lebenserfahrung – wir alle erleben dies. Vor allem, wenn wir einen geliebten Partner verlieren oder eine Arbeitsstelle, die uns sehr wichtig war. Das tut weh! Aber wenn Du noch länger daran festhältst, schadest Du Dir. Rechtzeitig die Notbremse zu ziehen, zeugt dagegen von Grösse. Es ist ok, zu scheitern, und man ist deswegen nicht weniger wert. Du zeigst umso mehr Stärke, wenn Du diese Sache loslässt, Frieden damit schliesst und weiterziehst.

Hier stelle ich Dir ein paar Übungen vor, die Dir helfen können, loszulassen.

 

„Wir müssen bereit sein, uns von dem Leben zu lösen, das wir geplant haben, damit wir in das Leben finden, das auf uns wartet.“ – Oscar Wilde

 

Ich erlaube mir, zu verzeihen.

Gerade Kränkungen sind schwer loszulassen. Der Grund: Viele Menschen haben das Gefühl, sie würden die Verletzungen gutheissen, wenn sie dem Verursacher verzeihen. Das stimmt aber nicht: Von Deinem Groll und Schmerz bekommt der Verursacher oft nur wenig mit. Dich dagegen belastet diese Kränkung und Verletzung ständig. Der beste Weg ist das Verzeihen. Verzeihen bedeutet nicht, mit dem anderen wieder „neu anzufangen“ oder seine Taten zu akzeptieren. Verzeihen hat mit dem anderen erst einmal gar nichts zu tun. Es bedeutet, dass Du für Dich das Thema abschliesst und entscheidest, Dich nicht mehr davon beeinflussen zu lassen.

Die Übung dazu geht wie folgt: Stelle Dir den Menschen, der Dich gekränkt oder verletzt hat, vor. Sprich Dich aus oder schreibe noch einmal alles auf, was vorgefallen ist. Hier ist Platz für die Enttäuschung, den Zorn oder die Verletzungen. Dann beendest Du Dein Gespräch, aber anders, als Du es sonst tun würdest. Zum Beispiel kannst Du sagen: „Ich habe Dir alles gesagt, und es ist gut so, wie es ist. Ich verzeihe Dir und mir, was vorgefallen ist, damit ich selbst wieder Frieden finde. Was passiert ist, ist passiert, und es gehört der Vergangenheit an.“ Fühle noch einen Moment nach, wie es Dir geht, und beende dann die Übung. Und lass die Sache wirklich ruhen …

Ich erlaube mir, klar zu sehen.

Wenn es etwas gibt, das du loslassen solltest, dann lebst du zu sehr in der Vergangenheit. Wenn man etwas loslassen möchte, muss man zuerst erkennen, dass man sich festhält. Dazu braucht es die Achtsamkeit, die Dich ins Hier und Jetzt bringt. Achtsamkeit ist die bewusste Wahrnehmung und das Erleben des aktuellen Momentes. Und zwar mit allem, was dazu gehört: Gedanken, Emotionen, Sinneseindrücke, körperliche Vorgänge und alles, was um Dich herum geschieht. Achtsamkeitsübungen helfen Dir, positive Gedanken und eine optimistische Grundeinstellung zu entwickeln; Du triffst bessere und kraftvollere Entscheidungen hinsichtlich der Frage, was Dir guttut und was nicht mehr. Sie geben Dir die Möglichkeit, Dich selber, Deine Stärken und Schwächen besser kennenzulernen, und Du wirst geduldiger und gehst sanfter mit Dir um.

 

„Das Leben ist wie ein Fahrrad. Man muss sich vorwärtsbewegen, um das Gleichgewicht nicht zu verlieren.“ – Albert Einstein

 

Ich erlaube mir, eine Entscheidung zu fällen.

Loszulassen ist manchmal ein schmerzlicher Prozess, deshalb lohnt es sich, Dir klarzumachen, was es Dir bringen kann. Ziehe Bilanz und schreibe auf, was Dir das Loslassen bringt:

  • Welchen Nutzen habe ich davon?

  • Was hindert mich daran, loszulassen?

  • Welchen Vorteil bringt es mir?

  • Welchen Entwicklungsschritt kann ich machen?

  • Wie sieht die Situation in drei Monaten, sechs Monaten oder einem Jahr aus, wenn ich diese eine Sache losgelassen habe?

Auch KEINE Entscheidung zu fällen, ist eine Entscheidung. Entscheidungen müssen im grösseren Kontext gesehen werden, auch wenn sie Chaos verursachen. Wir sind alle hier, um zu lernen und zu wachsen, und dazu gehört auch das Chaos, auch wenn es unangenehm ist. Du kannst im Leben nicht weiterkommen, wenn Du nicht Entscheidungen fällst, die Dich aus Deiner Komfortzone herausholen.

 

"Lasse los, dann hast Du beide Hände frei."

 

Ich erlaube mir, bewusst loszulassen.

Personen loszulassen, die uns verletzt haben oder die uns nicht mehr guttun, ist nicht einfach. Folgende Übung kann Dir weiterhelfen. Die goldene Acht ist ein kraftvolles Instrument, welches für alle Arten der Konfliktlösung, Schmerzbewältigung und Loslösung benutzt werden kann. Die Übung geht wie folgt: Die goldene Acht wird auf dem Boden liegend oder in der Luft schwebend visualisiert; dabei liegt der Schnittpunkt / Mittelpunkt zwischen Dir und der anderen Person (auch Gruppen sind möglich), während ihr beide jeweils in einer der Schlaufen der Acht steht. Innerhalb dieser Schlaufe bist Du energetisch geschützt und bleibst in Deiner eigenen Energie und Selbstkontrolle, ohne von fremden Energien der anderen Person beeinflusst zu werden. Nun lässt Du diesen goldenen Lichtkreis in Form der Acht um Euch fliessen. Stelle Dir nun vor, wie Du diese Person in Liebe und Mitgefühl loslässt, ihr verzeihst und alles Gute und Liebe wünschst. Diese Übung sollte man so oft wiederholen, bis man inneren Frieden und Ruhe verspürt.

Es gibt noch viele weitere symbolische Handlungen, die etwas mit dem Loslassen zu tun haben. Du kannst zum Beispiel Dein Thema auf ein Blatt Papier schreiben und es verbrennen. Oder du nimmst einen Gegenstand, der das Thema symbolisiert, und wirfst ihn ganz bewusst in einen Fluss. Grabe ein Loch in der Erde und versenke ein Symbol für Dein Thema. All diese symbolischen Handlungen können Dir helfen, das Loslassen zu üben.

Lerne loszulassen – wenn nicht heute, wann dann …?

Alles Liebe

Carine

 

 

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