Journaling - Das etwas andere Tagebuch

Beim Journaling tauchst Du in Dein Herz ein und lässt die Antworten aus Deinem tiefsten Inneren aufsteigen. Mit dieser Methode erlaubst Du Deinem Herzen, frei von externen Einflüssen und Erwartungen zu antworten. Das kann unglaublich kraftvoll sein. Du bekommst Antworten, mit denen Du vielleicht nie gerechnet hättest.

Das Journaling hilft Dir, neue Perspektiven zu entwickeln. Mit dieser Methode fokussierst Du Dich auf die Dinge, die Du erreichen möchtest. So rücken Deine Ziele, Bedürfnisse, Sehnsüchte und Wünsche in den Mittelpunkt. Du kannst Dich selbst ermutigen, zu neuen Ufern zu schwimmen, herausfinden, wie Du leben möchtest, was für ein Mensch Du sein möchtest und was Dich hindert, diese Aspekte deiner Persönlichkeit zu leben. Mit dem Schreiben eröffnest Du Dir Möglichkeiten, die Du vorher noch gar nicht gesehen hast.

Schreibst Du Tagebücher?

Ich habe viele Tagebücher geschrieben. Bestimmt zehn – die ich alle nicht mehr anfassen oder lesen möchte. Der Grund dafür ist, dass ich eine Assoziation mit Tagebuch schreiben in meinem Kopf hatte, die alles andere als positiv war. Ich schrieb alles auf, was ich erlebte, und vor allem meine Emotionen. Dabei lag der Fokus auf negativen Emotionen, alles was mir schwer fiel oder mich traurig machte: Wieso mag mich XX oder YY nicht? Was wohl die anderen über mich denken? Warum bin ich so komisch? Hoffentlich schaffe ich die Schule, die Uni, das Praktikum etc.? Bin ich gut genug? – und all diese schönen, zerstörerischen Gedanken, die einem in seiner Jugend und als junger Erwachsener durch den Kopf geistern. Dabei hatte ich immer die Idee, wie schön es wäre, eines Tages meine Tagebücher wieder hervorzuholen, sie dann zu lesen, sie vielleicht gar meinen Kindern oder Enkeln zum Lesen zu geben …

Die Kraft des Schreibens darf man aber nicht negieren, es hat auf jeden Fall eine positive Auswirkung auf unser Wohlbefinden. Mir tat es sehr gut, Tagebücher zu schreiben. Mir hat das damals schon sehr geholfen, meine Gedanken und Gefühle zu sortieren. Es tut auch gut, seinen Frust und Ärger in einer Email oder einem Brief niederzuschrieben – im Moment fühlt man sich besser. Kennst Du dieses Gefühl?

Bloss: vergiss nicht, dass Du damit Negativität weitergibst! Besser ist es, innezuhalten und weise und konfliktösend zu antworten. Gerade solche Antworten sind sehr kraftvoll und öffnen Türen zu neuen Perspektiven und neuen Arbeitsmöglichkeiten.  

Journaling hilft Dir bei der Persönlichkeitsentwicklung

Persönliches Wachstum und ehrliche Reflexion entstehen durch den Blick nach innen. Da kommen uns neue Erkenntnisse und Perspektiven, die uns verändern und anders weitergehen lassen. In dem Moment, in dem Du Deinen Fokus nach innen richtest und Dir selbst essentielle Fragen stellst, hat Deine Seele endlich die Chance, frei von äußeren Einflüssen und Erwartungen zu antworten. Völlig rein und unverfälscht bekommst Du dann Antworten, mit denen Du vielleicht nie gerechnet hättest, die aber voll und ganz Deiner eigenen Wahrheit entsprechen.

Journaling greift häufig auf Impulsfragen zurück, die Dich zu einem inneren Reflexionsprozess zu einem bestimmten Thema anstossen. Fragen rücken Themen ins Bewusstsein, die wir verdrängt haben oder nicht verstehen. Sie geben keine Antworten, aber helfen, dass wir uns selbst unsere Antworten geben können. Fragen sind Türöffner und laden ein, neue Perspektiven einzunehmen. Wachstum braucht Richtung. Beim Journaling trittst Du mit Dir selbst in den Dialog und stellst Dir kraftvolle Fragen.

Mögliche Fragen, die Du Dir stellen könntest, lauten:

1)    Wofür bin ich heute dankbar?

2)    Was für ein Mensch möchte ich sein?

3)    Welche Werte sind mir wichtig? Nach welchen Werten möchte ich leben? Was sind meine Werte?

4)    Wie kann ich mein Leben in Einklang mit meinen Werten bringen? Wer oder was kann mir dabei helfen?

5)    Warum traue ich mich nicht, eine Entscheidung zu fällen?

6)    Was hält mich zurück?

7)    Wie sieht ein perfekter Tag für mich aus? Was hat mir heute Spass gemacht?

8)    Wo und wie würde ich lieber wohnen, falls Du mit Deiner Wohnsituation nicht zufrieden bist? Wie würden der Ort, die Einrichtung, das Klima oder die Menschen sein, damit Du Dich wohlfühlst?

Du kannst Journaling für Deine Zukunftsvisionen, Erfolge oder für Dankbarkeitsrituale nutzen. Du kannst täglich, wöchentlich oder monatlich schreiben.

Den Fokus solltest Du bewusst auf etwas Positives lenken. Diese kraftvollen Fragen helfen Dir, ganz ehrlich mit Dir zu sein und herauszufinden, wie Du leben möchtest, was für ein Mensch Du sein möchtest, wo Du leben möchtest und wie Du Deine Zukunft gestalten möchtest.

Es gibt viele verschiedene Arten von Journaling. Die einen machen es als Morgen- oder als Abendritual. Du kannst das Journaling auch als Dankbarkeitsritual nutzen. Sollte es Dir schwerfallen, Dankbarkeit zu empfinden, schreibe auf, was Du an Dir, Deinem Umfeld oder Deinem Job wertschätzt und entwickle dann daraus Dankbarkeit. Du kannst diese Art von Schreiben auch als „Erfolgstagebuch“ nutzen.

Indem Du Dich auf das Positive vom Tag fokussierst, bewegst Du Dich automatisch weg vom Leistungsdenken hin zur Dankbarkeit für kleine Dinge. Dieses Ritual wird Deinen Geist verändern, denn durch Affirmationen werden neue neuronale Verbinden im Gehirn geknüpft. Je öfter Du eine neue positive Affirmation denkst, desto stärker wird dieser „Nervenstrang“. Am Anfang einer neuen Affirmation ist diese neue Verbindung sehr dünn und schwach und man hat die Tendenz, wieder ins alte Muster zurückzufallen. Stärkst Du jedoch diesen „Nervenstrang“ mit täglichen Affirmationen oder Journaling, dann wird dieser Strang stärker und stärker, während der alte verkümmert. Das ist kein Prozess, der über Nacht erfolgt, weshalb kontinuierliche Praxis unumgänglich ist.

Je öfter Du das tust, desto stärker wird Dein Unterbewusstsein auf die positiven Aspekte Deines Lebens ausgerichtet. Du wirst im Alltag Deine Chancen besser wahrnehmen und nutzen können, und Du kannst fokussierter auf Deine Ziele hinarbeiten. Dabei rücken Deine Ängste und Sorgen in den Hintergrund. Denn durch die kraftvollen Antworten aus Deinem Inneren lernst Du, mehr zu Dir zu stehen und Dich nach Deinen Wünschen und Bedürfnissen auszurichten. Das wird Dein Selbstwertgefühl steigern, und Du kannst Deine Ängste und Sorgen besser loslassen.

Wie funktioniert „Journaling“?

Im Journaling-Tagebuch schreibt man aus dem Herzen heraus, während in einem Tagebuch das geschrieben wird, was einem durch den Kopf geht. Aus dem Herzen heraus zu schreiben gelingt Dir am besten, wenn Du eine Frage aufschreibst und einfach drauf losschreibst, was intuitiv kommt, ohne lange zu überlegen. Du wirst erstaunt sein, welche Antworten Du bekommen wirst. Du kannst zu einer Frage auch öfters schreiben, dadurch werden sich die Antworten natürlich auch im Laufe Deiner Entwicklung verändern. Sehr spannend!

Es ist besser, wenn Du mit der Hand schreibst, als am Computer. Das Schreiben von Hand verbindet uns näher mit unseren Gedanken und ist paradoxerweise effizienter, wenn es darum geht, mit uns selbst in Kontakt zu treten. Es öffnet einfacher den Weg zu unserem authentischsten Selbst.

Um Dir das Journaling zu vereinfachen, habe ich Dir eine Anleitung mit unterschiedlichen Fragen zusammengestellt. Klicke hier um diese Anleitung in Deiner Mailbox zu erhalten.

Photo by Tom Holmes on Unsplash