Spring ins kalte Wasser - Wie Du Deine Komfortzone verlassen kannst

Spring ins kalte Wasser

Wie Du Deine Komfortzone verlassen kannst

Uns neuen Situationen auszusetzen bedeutet eine Veränderung. Veränderungen machen uns oft Angst, weshalb wir lieber in unserer Komfortzone bleiben. Die kennen wir gut, da fühlen wir uns geborgen, auch wenn wir unzufrieden oder unglücklich sind. Wenn wir etwas machen wollen, was wir noch nie zuvor gemacht haben, dann liegt das meist ausserhalb unserer Komfortzone. Und da beginnen wir, Angst zu spüren und wir beginnen, sie zu vermeiden oder wir zögern sie hinaus. Aber genau da liegt die Magie des Lebens!

Gibt es eine Sache, die Du schon immer mal tun wolltest?

… die Du Dich aber bisher nie getraut hast?

Vielleicht willst Du endlich mal Tanzen lernen oder alleine reisen oder einfach mal einen neuen Job finden, aber Du drückst sich davor, dies endlich anzupacken. Vielleicht bedrücken Dich Ängste und Unsicherheiten, weil Du dies noch nie gemacht hast, oder Du fürchtest Dich vor dem Moment des Alleinseins und Dich quälen Gedanken wie...

„Was denken die anderen bloss von mir, dass ich alleine reise?“

„Ich muss dann alleine Essen gehen – das ist doch total komisch!“

„Was, wenn ich alleine in der Ecke stehe und mich niemand auf die Tanzfläche mitnimmt?“

„Was, wenn der neue Job noch schlimmer ist, als der jetzige?“

„Was mache ich, wenn ich kein Gesprächsthema finde?“

„Wenn ich alleine reise, ist das doch gefährlich?“

„Ich kann nicht so gut English sprechen, dann kann ich mich doch nicht verständigen?“

... und so weiter. Du kennst Deinen inneren Monolog bestimmt besser.

Und genau diese Gedanken hatte ich auch – und wie. Und doch trieb es mich immer wieder aus meiner Komfortzone heraus, mal mit großem Erfolg, manchmal auch nicht (in diesen Momenten wäre ich am liebsten im Erdboden versunken).

Aber ich tat es, und zwar immer wieder! Dank meinem Mut habe ich beruflich viele Länder bereisen können, ich habe mehrere Jahre in Südostasien gelebt, habe viele Reisen nach Afrika gemacht und lebte auch ein halbes Jahr in Haiti. Diese Jahre haben mich weit ausserhalb meiner Komfortzone gebracht und Ängste, Unsicherheiten und der Bammel haben mich immer wieder geschüttelt. Und doch bin ich ins kalte Wasser gesprungen und bin einfach mal geschwommen…

 

Mach’ jeden Tag etwas, wovor Du Angst hast. Eleanor Roosevelt

 

Was ist die Komfortzone?

Die Komfortzone ist alles was Du kennst: immer die gleichen Gewohnheiten, gleichen Rituale und gleichen Routinen, egal ob wir uns dabei wohlfühlen oder nicht. Man könnte auch sagen Dein Alltag. Vielleicht stehst Du jeden Tag um 7 Uhr auf, frühstückst und schaust dabei auf Dein Handy, fährst immer auf dem gleichen Weg ins Büro und machst immer wieder mehr oder weniger die gleichen Arbeiten. Man kann zur Komfortzone auch alles, was Du kennst und weisst, zählen. Denn wenn wir etwas begegnen, was wir nicht wissen oder kennen, uns aber damit befassen müssen, verlassen wir automatisch unsere Komfortzone.

Alles was für Dich neu ist, liegt automatisch ausserhalb Deiner Komfortzone. Je nachdem, wie weit das Neue vom Bekannten weg ist, umso weiter liegt es auch ausserhalb Deiner Komfortzone.

Manche sind glücklich mit dieser Routine, andere wiederum langweilen sich, sind unzufrieden oder sehr oft schlecht gelaunt.

Wenn Du eine Unzufriedenheit in Dir spürst, Du oft schlecht gelaunt bist, ungern zur Arbeit gehst oder Dich mit Leuten triffst, bei denen Du Dich nicht wirklich wohlfühlst, dann sind das alles Anzeichen, dass etwas in Deinem Leben nicht im Gleichgewicht ist. Das Paradoxe daran ist: Wir arrangieren uns mit all diesen Dingen, obwohl wir gar nicht glücklich damit sind!

 

Nicht weil es schwer ist wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen ist es schwer. Lucius Annaeus Seneca

 

Die Zeit ist gekommen, Deine Komfortzone zu verlassen. Wenn nicht heute, wann dann?

Und da fängt das Kribbeln an, und es gibt viele Gründe, warum man seine Komfortzone nicht verlassen möchte.

Bequemlichkeit: Die gleichen Gewohnheiten und Rituale sind einfach auszuführen. Verändern wir etwas, kostet dies Mut, Aufwand und Anstrengung.

Ausreden: Erkenne Deine Ausreden. Dein Verstand wird Dir alle möglichen Ausreden liefern, wieso Du erst morgen oder übermorgen Deine Komfortzone verlassen solltest. Deiner Kreativität sind da keine Grenzen gesetzt.

Angst: Ja, Veränderung bereitet uns gerne Angst, und unser Geist wird uns alles Mögliche einreden, was passieren könnte, wenn wir unsere Komfortzone verlassen. Die Angst vor dem Versagen lähmt uns oft.

Unsicherheiten: Gefühle wie Unsicherheit, Zweifel oder Bedenken mögen wir nicht gerne und laufen vor diesen Gefühlen davon oder lassen sie verstummen.

Risiko: Gefahren und Risiken gibt es überall. Solange sie überschaubar sind, gehört das einfach zum Verlassen der Komfortzone dazu.

Möglicherweise wirst Du das Gefühl, ausserhalb Deiner Komfortzone zu sein, als unangenehm empfinden und ein mulmiges Gefühl im Magen verspüren. Eventuell wirst du auch einen gewissen Stress-Level wahrnehmen. Dann weisst Du, dass Du den Schritt gewagt hast.

 

„Das ist unmöglich", sagt die Angst.

"Zu viel Risiko", sagt die Erfahrung.

"Macht kein Sinn", sagt der Zweifler.

"Versuchs", flüstert das Herz.

 

Warum es so wichtig ist, Deine Komfortzone zu verlassen

Ich nenne es gerne den Sprung ins kalte Wasser! Denn seinen eigenen Ängsten, Unsicherheiten und Zweifel in die Augen zu sehen, ist nicht einfach. Bin ich dann doch „gesprungen“, fühlte ich mich befreit und stolz.

Wenn man die Komfortzone verlässt, lernt man unglaublich viel über sich und die Welt kennen. Man lernt neue Fähigkeiten, wird kompetenter und mit der Zeit auch gelassener. Je öfter Du die Komfortzone verlässt, desto schwächer werden Deine Ängste und Unsicherheiten und umso mehr wächst Dein Selbstvertrauen! Du erkennst, was Du im Stande bist zu leisten, und Du lernst Deine Ziele bis zum Schluss zu realisieren. Dabei steigt nicht nur Dein Selbstvertrauen, sondern auch Dein Selbstwertgefühl. Das ist doch mega cool!!!

Mit jeder Erfahrung wächst Deine Komfortzone. Je grösser Deine Komfortzone wird, desto besser kannst Du zu Dir stehen. Du weisst, wer Du bist und was Du willst. Gedanken wie „was werden die anderen bloss denken“ oder „das kann ich doch nicht machen“ oder „das macht man nicht“ werden immer seltener.

Der Mensch kann nicht zu neuen Ufern aufbrechen, wenn er nicht den Mut aufbringt, die alten zu verlassen. André Paul Guillaume Gide

 

8 einfache Methoden, die Dir helfen, Deine Komfortzone zu verlassen

1.     Journaling – das etwas andere Tagebuch: Beim Journaling tauchst Du in Deine Seele ein und lässt die Antworten aus Deinem tiefsten Inneren aufsteigen. Mit dieser Methode fokussierst Du Dich auf die Dinge, die Du erreichen möchtest. Diesen Fokus erhältst Du, indem Du beim Journaling mit Dir selbst in den Dialog trittst und Dir kraftvolle Fragen stellst. Z. B.

  • Was kann mir passieren, wenn ich XY tue? Ist das wirklich so schlimm?

  • Was hält mich zurück?

  • Wie fühle ich mich, nachdem ich diese Hürde genommen habe?

  • Was wird danach vielleicht noch alles möglich werden?

Schreibe aus dem Herzen heraus und sehe dann, was dabei rauskommt.

2.     Erzähle es Deiner besten Freundin oder Deinem besten Freund: Sie können Dich jederzeit an Deine Aufgabe erinnern und Dich dabei positiv unterstützen.

3.     Setze Dir eine Deadline: gehe sanft mit Dir um und setze eine realistische Deadline. Halte sie dann ein.

4.     Gehe Schritt für Schritt an die neue Sache heran: Ganz wichtig, halte Deine Ziele so klein wie möglich, dann ist der Erfolg umso leichter zu erreichen. Mache Dir einen Plan mit einem Hauptziel und vielen Zwischenzielen.

5.     Überwinde Deinen inneren Schweinehund: werde Deinen Ausreden bewusst. 

6.     Halte einen inneren Monolog – motiviere Dich: Mein innerer Monolog geht wie folgt: „1, 2, 3 und los“, oder „Carine, jetzt reiss’ Dich zusammen und mach’s“, oder so ähnlich. Gehe mit einer kindlichen Neugierde an neue Dinge heran.

7.     Belohne Dich: Schenke Dir etwas Schönes, wenn Du es geschafft hast! Sei stolz auf Dich und zelebriere Deine Schritte ausserhalb Deiner Komfortzone.

8.     Tu es jetzt! Nimm all Deine Willenskraft zusammen und setze Dich der Situation aus.

 

 

Photo by Blake Wheeler on Unsplash